Wol ime, der nu beizen sol (Tannhäuser)
Aus ELibraryAustria
Autoren: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z - | - Werke: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Wol ime, der nu beizen sol
(1228/29)
- I
- Wol ime, der nu beizen sol
- ze Pülle uf dem gevilde!
- der birset, dem ist da mit wol,
- der siht so vil von wilde,
- Sumliche gent zen brunnen,
- die andern ritent schouwen -
- der fröude ist mir zerunnen -
- die banekent bi den frouwen.
- Des darf man mich niht zihen,
- ich birse niht mit winden,
- ich beize ouch niht mit valken,
- in mac niht fühse gejagen;
- man siht mich ouch niht volgen
- nach hirzen und nach hinden,
- mich darf ouch nieman zihen
- von rosen schapel tragen;
- man darf ouch min niht warten,
- da stet der grüne kle,
- noch suochen in den garten
- bi wolgetanen kinden: ich swebe uf dem se.
- II
- Ich bin ein erbeitssaelic man,
- er niene kan beliben
- wan hiute hie, morn anderswan.
- sol ich daz iemer triben,
- Des muoz ich dicke sorgen,
- swie froelich ich da singe,
- den abent und den morgen,
- war mich daz weter bringe,
- Daz ich mich so gefriste
- uf wazzer und uf lande,
- daz ich den lip gefuore
- unz uf die selben stunt.
- ob ich den liuten leide
- in snoedeme gewande,
- so wirdet mir diu reise
- mit freise vil wol gekunt.
- dar an sold ich gedenken,
- die wile ich mich vermac.
- in mac im niht entwenken,
- ich muoz dem wirte gelten,
- vil gar uf einen tac.
- III
- Wa leit ieman so groze not
- ls ich von boesem troste?
- ich was ze Kride vil nach tot,
- wan daz mich got erloste.
- Mich sluogen sturmwinde
- vil nahe zeinem steine
- in einer naht geswinde,
- min fröude diu was kleine.
- Diu ruoder mir zerbrachen,
- nu merket, wie mir waere!
- die segel sich zerzarten,
- si flugen uf den se.
- die marner alle jahen,
- daz si so groze swaere
- nie halbe naht gewunnen;
- mir tet ir schrien we.
- daz werte sicherlichen
- unz an den sehsten tac.
- in mahte im niht entwichen,
- ich muos ez allez liden,
- als der niht anders mac.
- IV
- Die winde, die so sere waent
- gen mir von Barbarie,
- daz si so rehte unsuoze blaent,
- die andern von Türkie!
- Die welle und ouch die ünde
- gent mir groz ungemüete,
- daz si für mine sünde.
- der reine got min hüete!
- Min wazzer daz ist trüebe,
- min piscot der ist herte,
- min fleisch ist mir versalzen,
- mir schimelget min win.
- der ac, der von der suten get,
- der ist niht guot geverte,
- da für naem ich der rosen smac,
- und mehte ez wol gesin.
- zisern unde bonen
- gent mir niht hohen muot.
- wil mir der hohste lonen,
- so wirt daz trinken süeze
- und ouch diu spise guot.
- V
- Ahi wie saelec ist ein man,
- der für sich mac geriten!
- wie kum mir der gelouben kan,
- daz ich muoz winde biten!
- Der Schroc von Oriende
- und der von Tremundane,
- und der von Occidende,
- Arsiure von dem plane,
- Der Meister von den Alben
- der Kriec uz Romanie,
- der Levandan und Oster,
- die mir genennet sint;
- ein wint von Barbarie waet,
- der ander von Türkie,
- der Norten und der Metzot, seht,
- daz ist der zwelfte wint.
- waer ich uf dem Sande,
- der namen wisse ich niht;
- durch got ich fuor von lande
- und niht durch dise frage,
- swie we halt mir geschiht.
Links
.
