Wâ nu fröide, wâ nu êre (Ulrich von Liechtenstein)

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Autoren: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z - | - Werke: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z




Ulrich von Liechtenstein


Wâ nu fröide, wâ nu êre

Lied LIX (309C, HMS II 61a)


1
Wâ nu fröide, wâ nu êre,
wâ nu volger guoter lêre?
werlt, du trûrest al ze sêre,
dîn lop gêt an einem stabe.


hübscheit was hie vor dîn krône,
dô man ranc nâch wîbes lône
âne valsch mit zühten schône;
die hâstû geworfen abe.
reîner wîbe güetlîch grüezen


kan wol swære sorge büezen
von dem houbet zuo den füezen,
diu vert in swacher tugende habe.


2
Wîp, dîn name uns fröide mêret;
got hât dich mit sælden gêret,
daz dîn leben niht mêr zerrêret;
dû bist aller wunne ein dach.


wîp, du solt unwîpheit mîden
und lâ dich die schande nîden,
sôn mac niht dîn lop versnîden;
ganc der scham mit zühten nâch.
wilt aber du valsch für tugende minnen,


des wirt diu schande mit dir innen,
sî lât dich unprîs gewinnen:
fliuch ir mat, sagt si dir schâch.


3
Ritterschaft, wie stêt dîn orden?
sage an, wem'st dîn wirde worden?
man sach dich in tugenden horden,
dannoch was dîn lop vil ganz.


daz klagent nû die edeln frouwen,
daz man dînen schilt sol schouwen
alsô ganz und unverhouwen:
wâ'st dîn turnei, wâ'st dîn tanz?
du miz dîn leben baz in der mâze


dâ dich diu schande in êren lâze;
ir gewalt vert ûf der strâze:
setze ûf wider der êren kranz.




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